Ratgeber für Patienten

Rheuma ist ein Sammelbegriff für viele unterschiedliche Erkrankungen, die den Bewegungsapparat betreffen können – also beispielsweise Gelenke, Muskeln, Sehnen, Knochen oder die Wirbelsäule.

Manche rheumatischen Erkrankungen verursachen vor allem Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Andere gehen mit Entzündungen einher und können neben Gelenken und Sehnen auch Haut oder innere Organe betreffen.

Häufig gestellte Fragen

Hier erklären wir Ihnen die wichtigsten Dinge, die wir häufig gefragt werden.

Welche Beschwerden können auf Rheuma hinweisen?

Mögliche Beschwerden sind zum Beispiel:

  • Schmerzen in einzelnen oder mehreren Gelenken
  • geschwollene oder überwärmte Gelenke
  • ausgeprägte Morgensteifigkeit
  • Schmerzen und Steifigkeit im Rücken
  • Schmerzen an Sehnen oder Sehnenansätzen
  • eingeschränkte Beweglichkeit
  • wiederkehrende Entzündungen
  • ausgeprägte Müdigkeit und Erschöpfung

Besonders bei anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.

Eine längere Morgensteifigkeit, geschwollene Gelenke oder nächtliche Rückenschmerzen, die sich durch Bewegung bessern, können beispielsweise Hinweise auf eine entzündlich-rheumatische Erkrankung sein.

Welche Formen von Rheuma gibt es?

Rheumatische Erkrankungen sind sehr vielfältig. Zu den wichtigen Gruppen gehören:

Entzündlich-rheumatische Erkrankungen

Hierzu gehören beispielsweise:

Rheumatoide Arthritis

Eine chronisch-entzündliche Erkrankung, die häufig mehrere Gelenke betrifft.

Psoriasis-Arthritis

Eine entzündliche Gelenkerkrankung, die im Zusammenhang mit einer Schuppenflechte auftreten kann.

Spondyloarthritiden
Hierzu gehören unter anderem Erkrankungen, die vor allem die Wirbelsäule und die Kreuz-Darmbein-Gelenke betreffen können.

Kollagenosen

Systemische Autoimmunerkrankungen wie beispielsweise Lupus erythematodes oder das Sjögren-Syndrom.

Vaskulitiden 

Entzündungen von Blutgefäßen, die unterschiedliche Organe und Organsysteme betreffen können.

Weitere rheumatische Erkrankungen

Zum rheumatischen Formenkreis werden außerdem beispielsweise Arthrose, Gicht, Osteoporose und Fibromyalgie gezählt. Sie unterscheiden sich in ihren Ursachen, Beschwerden und Behandlungsmöglichkeiten deutlich voneinander.

 

Wie wird Rheuma festgestellt?

Eine rheumatische Erkrankung lässt sich nicht mit einem einzigen Blutwert feststellen oder ausschließen.

Welche Beschwerden haben Sie? Seit wann bestehen sie? Wann treten sie auf? Gibt es Schwellungen oder Morgensteifigkeit? Welche Erkrankungen gibt es in Ihrer Familie?

Hinzu kommen die körperliche Untersuchung und – je nach Fragestellung – weitere Untersuchungen.

Dazu können gehören:

  • Blutuntersuchungen
  • Entzündungswerte und bestimmte Autoantikörper
  • Ultraschalluntersuchungen der Gelenke
  • Röntgenuntersuchungen
  • MRT oder andere bildgebende Verfahren
  • weitere gezielte Untersuchungen

Entscheidend ist dabei immer das Zusammenspiel aus Beschwerden, Untersuchung und Befunden.

Kann man Rheuma behandeln?

Ja. Die Behandlung richtet sich immer nach der jeweiligen Erkrankung und der individuellen Situation.

Bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen stehen häufig Medikamente im Mittelpunkt, die die Entzündung gezielt beeinflussen. Ergänzend können beispielsweise Physiotherapie, Ergotherapie, Bewegung, Rehabilitation und weitere Maßnahmen sinnvoll sein.

Das Ziel der Behandlung ist nicht nur, Schmerzen zu lindern. Entzündungen sollen möglichst früh erkannt und kontrolliert werden, um die Funktion der Gelenke und die Lebensqualität langfristig zu erhalten.

Je früher eine entzündlich-rheumatische Erkrankung erkannt und behandelt wird, desto besser können Krankheitsverlauf und Folgeschäden beeinflusst werden.

Information

Wichtig

Diese Informationen können ein persönliches ärztliches Gespräch und eine Untersuchung nicht ersetzen. Nicht jede Gelenk- oder Muskelschmerzursache ist rheumatisch. Bei neuen, starken oder plötzlich auftretenden Beschwerden sollte zeitnah ärztlicher Rat eingeholt werden.